Der libertäre Kandidat Ron Paul hat bei den ersten beiden Vorwahlen in den USA sehr gut abgeschnitten. Nach der Zahl der gewonnenen Delegierten (und um die geht es bei den Vorwahlen) liegt er nach Mitt Romney auf Platz Zwei, mit sehr guten Ergebnissen von 21,5% in Iowa und 22,8 % in New Hampshire. Vor vier Jahren lag er in beiden Staaten mit einstelligen Ergebnissen abgeschlagen auf dem fünften Platz. Wer hätte das vor ein paar Monaten für möglich gehalten? Interessant sind die Statistiken: Ron Paul ist unter jungen Leuten und bei sogenannten "Independents", die weder Republikanern noch Demokraten eng verbunden sind, am erfolgreichsten.
Neben Favorit Mitt Romney steht Ron Paul von allen republikanischen Kandidaten damit am besten da. Während der erzkonservative Rick Santorum im ländlichen, sehr christlichen Iowa gut, im liberalen Ostküstenstaat New Hampshire hingegen schlecht abgeschnitten hat, war es bei John Huntsman genau umgekehrt. Ron Paul war hingegen in beiden Staaten gleichmäßig stark. Es ist anzunehmen, dass als moderat geltende Kandidaten wie Huntsman und Romney es in konservativeren Staaten im Mittleren Westen und Süden der USA schwer haben werden, während christlich-fundamentalistische Hardliner wie Rick Santorum oder Rick Perry in den liberaleren Staaten der Ost- und Westküste kaum eine Chance haben.
Für Konservative und Liberale wählbar
Ron Pauls großer Vorteil: er passt in keine Schublade. Mit seiner konsequent auf Freiheit ausgerichteten Politik ist er sowohl für Konservative als auch für Liberale attraktiv. Konservative Wähler schätzen seine vernünftigen wirtschaftlichen Ansichten und seine "Pro-Life"-Haltung zur Abtreibung. Liberale und Progressive fahren hingegen auf seine Anti-Kriegspolitik und seine auf Eigenveranwortung statt auf Verbote setzenden Haltung zu Drogen und Sexualität ab. Beides ist zwar für Konservative gewöhnungsbedürftig, da Ron Paul jedoch selbst bei der Armee war und für sich persönlich Drogen ablehnt, können sie ihn kaum als "kiffenden Pazifisten" abtun. Seine Ansichten sind auch keineswegs so "exotisch", wie es manchmal dargestellt wird: er liegt voll auf der Linie der Gründungsväter der USA wie Thomas Jefferson, Thomas Paine oder Benjamin Franklin.
Mitt Romney ist vielen Wählern der Republikaner hingegen suspekt, weil er seine politischen Haltungen häufig gewechselt hat und daher als Wendehals gilt. Als Gouverneur von Massachussetts setzte er eine Krankenversicherung durch, die der in konservativen Kreisen verhassten "Obamacare" täuschend ähnlich ist. Auch die Tatsache, dass er Mormone ist, schreckt christliche Fundamentalisten ab. Es könnte also durchaus passieren, dass die "Anyone-but-Romney"-Wähler sich nach dem Ausscheiden ihrer Lieblingskandidaten wie Santorum, Perry oder Huntsman auf Ron Paul als das "kleinere Übel" einigen. Dann könnte es dem vermeintlichen Favoriten Romney ähnlich gehen wie Hillary Clinton 2008, als sie sich dem vorher unbekannten Barack Obama geschlagen geben musste.
Fast wie bei den Piraten
Ron Paul verfügt im Unterschied zu den anderen Kandidaten über eine treue, fast schon fanatische Anhängerschaft. Soziodemografisch würde man sie in Deutschland wohl für Anhänger der Piratenpartei halten: viele junge Leute, Studenten, IT-Freaks sind dabei, sie bejubeln den 76-jährigen wie einen Rockstar. Die Ergebnisse für Ron Paul bei Internet-Abstimmungen sehen ganz ähnlich aus wie die der Piraten: beide gewinnen dabei jeweils haushoch, weil ihre ständig im Netz surfenden Anhänger auf alles klicken, was wachsende Balken produziert.
Könnte Ron Paul als Kandidat der Republikaner die Präsidentschaftswahl gegen Barack Obama gewinnen? Oder sogar als unabhängiger Kandidat jenseits der zwei Großparteien? Eigentlich müsste Barack Obama angesichts der katastrophalen Resultate seiner Politik gegen jeden Kandidaten verlieren, selbst gegen Vermin Supreme. Insbesondere für enttäuschte friedensbewegte Wähler, die Obama geglaubt hatten, er würde tatsächlich die Kriege beenden und Guantanamo schließen, sollte Ron Paul eine glaubwürdige Alternative darstellen. Aber das Wesen der Wähler ist unergründlich und rätselhaft - hätte sonst Angela "Euro-Mutti" Merkel irgendwelche Chancen bei Wahlen?
Ist die Zeit schon reif für einen libertären Präsidenten?
So sehr man es den Bürgern der Vereinigten Staaten wünschen möchte, dass ein Libertärer wie Ron Paul Präsident wird, ist die Zeit wohl noch nicht reif dafür. Wahrscheinlich muss die Krise sich erst noch richtig zuspitzen, bis auch dem Letzten klar wird, dass die Politik, ein weltweites Imperium auf Schulden und Papiergeld aufzubauen, auf Dauer zum Scheitern verurteilt ist.
Daher meine Prognose: der nächste Präsident der USA, wie immer er heißt, wird eine sehr schwere Zeit erleben und als einer der unbeliebtesten Präsidenten in die Geschichte eingehen. 2016 wird dann Rand Paul, der Sohn von Ron Paul, mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt. Wetten?
Neben Favorit Mitt Romney steht Ron Paul von allen republikanischen Kandidaten damit am besten da. Während der erzkonservative Rick Santorum im ländlichen, sehr christlichen Iowa gut, im liberalen Ostküstenstaat New Hampshire hingegen schlecht abgeschnitten hat, war es bei John Huntsman genau umgekehrt. Ron Paul war hingegen in beiden Staaten gleichmäßig stark. Es ist anzunehmen, dass als moderat geltende Kandidaten wie Huntsman und Romney es in konservativeren Staaten im Mittleren Westen und Süden der USA schwer haben werden, während christlich-fundamentalistische Hardliner wie Rick Santorum oder Rick Perry in den liberaleren Staaten der Ost- und Westküste kaum eine Chance haben.
Für Konservative und Liberale wählbar
Ron Pauls großer Vorteil: er passt in keine Schublade. Mit seiner konsequent auf Freiheit ausgerichteten Politik ist er sowohl für Konservative als auch für Liberale attraktiv. Konservative Wähler schätzen seine vernünftigen wirtschaftlichen Ansichten und seine "Pro-Life"-Haltung zur Abtreibung. Liberale und Progressive fahren hingegen auf seine Anti-Kriegspolitik und seine auf Eigenveranwortung statt auf Verbote setzenden Haltung zu Drogen und Sexualität ab. Beides ist zwar für Konservative gewöhnungsbedürftig, da Ron Paul jedoch selbst bei der Armee war und für sich persönlich Drogen ablehnt, können sie ihn kaum als "kiffenden Pazifisten" abtun. Seine Ansichten sind auch keineswegs so "exotisch", wie es manchmal dargestellt wird: er liegt voll auf der Linie der Gründungsväter der USA wie Thomas Jefferson, Thomas Paine oder Benjamin Franklin.
Mitt Romney ist vielen Wählern der Republikaner hingegen suspekt, weil er seine politischen Haltungen häufig gewechselt hat und daher als Wendehals gilt. Als Gouverneur von Massachussetts setzte er eine Krankenversicherung durch, die der in konservativen Kreisen verhassten "Obamacare" täuschend ähnlich ist. Auch die Tatsache, dass er Mormone ist, schreckt christliche Fundamentalisten ab. Es könnte also durchaus passieren, dass die "Anyone-but-Romney"-Wähler sich nach dem Ausscheiden ihrer Lieblingskandidaten wie Santorum, Perry oder Huntsman auf Ron Paul als das "kleinere Übel" einigen. Dann könnte es dem vermeintlichen Favoriten Romney ähnlich gehen wie Hillary Clinton 2008, als sie sich dem vorher unbekannten Barack Obama geschlagen geben musste.
Fast wie bei den Piraten
Ron Paul verfügt im Unterschied zu den anderen Kandidaten über eine treue, fast schon fanatische Anhängerschaft. Soziodemografisch würde man sie in Deutschland wohl für Anhänger der Piratenpartei halten: viele junge Leute, Studenten, IT-Freaks sind dabei, sie bejubeln den 76-jährigen wie einen Rockstar. Die Ergebnisse für Ron Paul bei Internet-Abstimmungen sehen ganz ähnlich aus wie die der Piraten: beide gewinnen dabei jeweils haushoch, weil ihre ständig im Netz surfenden Anhänger auf alles klicken, was wachsende Balken produziert.
Könnte Ron Paul als Kandidat der Republikaner die Präsidentschaftswahl gegen Barack Obama gewinnen? Oder sogar als unabhängiger Kandidat jenseits der zwei Großparteien? Eigentlich müsste Barack Obama angesichts der katastrophalen Resultate seiner Politik gegen jeden Kandidaten verlieren, selbst gegen Vermin Supreme. Insbesondere für enttäuschte friedensbewegte Wähler, die Obama geglaubt hatten, er würde tatsächlich die Kriege beenden und Guantanamo schließen, sollte Ron Paul eine glaubwürdige Alternative darstellen. Aber das Wesen der Wähler ist unergründlich und rätselhaft - hätte sonst Angela "Euro-Mutti" Merkel irgendwelche Chancen bei Wahlen?
Ist die Zeit schon reif für einen libertären Präsidenten?
So sehr man es den Bürgern der Vereinigten Staaten wünschen möchte, dass ein Libertärer wie Ron Paul Präsident wird, ist die Zeit wohl noch nicht reif dafür. Wahrscheinlich muss die Krise sich erst noch richtig zuspitzen, bis auch dem Letzten klar wird, dass die Politik, ein weltweites Imperium auf Schulden und Papiergeld aufzubauen, auf Dauer zum Scheitern verurteilt ist.
Daher meine Prognose: der nächste Präsident der USA, wie immer er heißt, wird eine sehr schwere Zeit erleben und als einer der unbeliebtesten Präsidenten in die Geschichte eingehen. 2016 wird dann Rand Paul, der Sohn von Ron Paul, mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt. Wetten?

