Heute vor 179 Jahren, am 27. Mai 1832 begann auf dem Hambacher Schloss in der Pfalz das Hambacher Fest. Es gilt als einer der wichtigsten Meilensteine der deutschen Demokratiebewegung. Wer Anfang des 19. Jahrhunderts für Bürgerrechte, Demokratie und freie Wahlen eintrat, riskierte Ärger mit seinen "Landesfürsten". Daher wurde die politische Veranstaltung als Kulturevent getarnt. Rund 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten namen daran teil. Frauen waren ausdrücklich eingeladen, was damals keineswegs selbstverständlich war. Auch viele Franzosen und Polen waren bei dieser ersten großen deutschen Demonstration für mehr Freiheit und Demokratie dabei.
Der Organisator Philipp Jakob Siebenpfeiffer schloss seine Eröffnungsrede daher auch mit den Worten: „Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken, der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“
Die Teilnehmer des Hambacher Festes traten für Freiheit und Bürgerrechte ein, insbesondere für Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Außerdem forderten sie eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker. Dazu gehörte auch ein vereinigter deutscher Nationalstaat, denn Deutschland war damals bekanntlich in zahlreiche Fürstentümer und Königreiche zersplittert, die teilweise (wie Preußen und das Habsburger Reich) auch andere Völker umfassten.
Auf dem Hambacher Fest wurden die Farben Schwarz-Rot-Gold zum ersten Mal als Farben der liberalen Revolution benutzt. Sie stammen aus der Studentenbewegung und stehen für das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit. Über die Reihenfolge war man sich damals noch nicht ganz einig, viele trugen sie auch in der Anordnung Gold-Rot-Schwarz. Ab dem Hambacher Fest war dann klar: Schwarz liegt oben.
Der Organisator Philipp Jakob Siebenpfeiffer schloss seine Eröffnungsrede daher auch mit den Worten: „Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken, der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland - Volkshoheit - Völkerbund hoch!“
Die Teilnehmer des Hambacher Festes traten für Freiheit und Bürgerrechte ein, insbesondere für Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Außerdem forderten sie eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker. Dazu gehörte auch ein vereinigter deutscher Nationalstaat, denn Deutschland war damals bekanntlich in zahlreiche Fürstentümer und Königreiche zersplittert, die teilweise (wie Preußen und das Habsburger Reich) auch andere Völker umfassten.
Heute ist das Wort "National" bei vielen Deutschen negativ konnotiert, vielen denken dabei sofort an "Nationalsozialisten". Doch das ist ein deutscher Sonderfall. In alten Demokratien wie Großbritannien, Frankreich und den USA sind Demokratie und Nationalstaat nicht voneinander zu trennen. Dort wundert man sich über unseren verkrampften Umgang mit dem Nationalgefühl (allerdings haben sie auch kein "1000-jähriges Reich" und keine Shoah zu verdauen.)
Während es in einer Diktatur egal ist, ob viele Völker in einem Staat zusammengeschlossen sind, lebt eine Demokratie von einem Gefühl der Zusammengehörigkeit, von der öffentlichen Diskussion und einer gemeinsamen Sprache, in der diese Diskussion stattfindet (die Schweiz ist hier die Ausnahme von der Regel). Dies ist in einem Nationalstaat am besten möglich. Insofern ist es unrealistisch, dass die EU jemals eine echte Demokratie wird. Sie kann nicht mehr sein als ein Bund demokratischer, souveräner Staaten, jedoch ohne zentrale Regierung.
Auf dem Hambacher Fest wurden die Farben Schwarz-Rot-Gold zum ersten Mal als Farben der liberalen Revolution benutzt. Sie stammen aus der Studentenbewegung und stehen für das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und deutscher Einheit. Über die Reihenfolge war man sich damals noch nicht ganz einig, viele trugen sie auch in der Anordnung Gold-Rot-Schwarz. Ab dem Hambacher Fest war dann klar: Schwarz liegt oben.
Das Deutsche Reich von 1871, das nicht "von unten" durch eine demokratische Revolution, sondern "von oben" durch die militärischen Erfolge Preußens gegründet wurde, nahm daher auch nicht die schwarz-rot-goldene Fahne der Demokratie als Symbol, sondern das preußische Schwarz-Weiß, ergänzt um Rot, das viele deutsche Staaten in ihren Flaggen benutzten.
Erst die Weimarer Republik erklärte Schwarz-Rot-Gold 1918 zur offiziellen deutschen Flagge, doch bereits 1933 wurde sie von den Nationalsozialisten wieder verboten. Da waren sich die Nazis mit den heutigen "Antifaschisten" einig, die diese Farben ebenfalls nicht leiden können. Es ist gut, sich klar zu machen, dass die heutige deutsche Flagge eine gute Geschichte hat und für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte steht. Die Organisatoren des Hambacher Festes wurden dafür verhaftet, sie zu tragen.
Bei der nächsten Fußball-EM, wenn sich ganz Deutschland wieder in schwarz-rot-gold hüllt, sollte man ruhig daran denken, dass diese Farben nicht nur für Poldi, Schweini und "Uns Mesut" Özil, sondern auch für die demokratische Revolution stehen.

