Auf Spiegel Online ist heute ein bemerkenswerter Artikel vom Matthias Matussek erschienen, in dem er sich mit der seltsamen Haltung einiger deutscher Journalisten zur Islamkritik beschäftigt. Insbesondere Patrick Bahners, Feuilleton-Chef der FAZ, habe sein Ressort "in einen Gefechtsstand für den gerechten Krieg gegen die Islamkritiker verwandelt", schreibt Matussek. Unterstützt werde er dabei von Thomas Steinfeld, dem Feuilletonchef der "Süddeutschen Zeitung", der über Bahners neues Buch Die Panikmacher schwärmt: "Ein Meisterwerk der Aufklärung".
Matussek zerpflückt in seinem Artikel die fadenscheinige Argumentation der Islamkritikphobiker derart überzeugend, dass es eine wahre Freude ist: "Ist es nicht von maßloser Arroganz, wie Steinfeld diesen Menschen zuzurufen, sie hätten ein falsches Bewusstsein? Ist es nicht pompöser Unfug, angesichts der islamistischen Großwetterlage diejenigen, die auf der Einhaltung von Menschenrechten auch im religiösen Raum bestehen, als 'schreibende Eingreiftruppe' zu denunzieren? Ja, ist es nicht geradezu makaber, wie Bahners aus dem gepolsterten Sessel eines Feuilletonisten heraus einer Frau wie Hirsi Ali mit ihrer Leidensgeschichte die leidenschaftliche Absage an jene Religion vorzuwerfen, die sie verkrüppelt hat?"
Man fragt sich allerdings, wie es sein kann, dass hochgebildete, eigentlich der Kritik und der Aufklärung verpflichtete Journalisten wie Bahners und Steinfeld liberale Islamkritiker wie Ayaan Hirsi Ali, Henryk Broder, Seyran Ateș oder Necla Kelek immer wieder auf übelste Weise verunglimpfen? Jede noch so berechtigte Kritik wird von ihnen als "Islamophobie" abgetan (übrigens ein von Ayatollah Khomeini erdachter Kampfbegriff) und damit in die Nähe einer Geisteskrankheit gerückt. Haben diese Journalisten eine so beschränkte Auffassungsgabe? Glauben sie wirklich, was sie da schreiben?
Der einzige plausible Erklärung, die es dafür meiner Ansicht nach gibt: es muss Geld geflossen sein, um einflussreiche Journalisten dazu zu bringen, die Gefahr der politischen Ideologie des Islams zu verharmlosen und seine Kritiker mundtot zu machen. Islamistische Organisationen profitieren bekanntlich vom Ölreichtum mancher islamischer Staaten und verfügen daher über sehr viel Geld. Wer könnte es ihnen verdenken, ihre Mittel gezielt einzusetzen, damit Journalisten ihnen genehme Artikel und Bücher schreiben?
Wie gut, dass unsere Medienlandschaft so vielfältig ist und es noch unbestechliche, kritische Denker wie Matthias Matussek gibt!
P.S. Alle Achtun: Die FAZ lässt Thilo Sarrazin eine Rezension von Patrick Bahners Buch schreiben.

