Freitag, 7. Januar 2011

Peter Kruse über Netzwerke und Hierarchien



Prof. Peter Kruse kommt urspünglich aus der Neuropsychologie und berät heute Unternehmen dabei, sich besser zu organisieren, in dem sie dynamische, vernetzte Strukturen nutzen, wie man sie aus dem Gehirn und dem Internet kennt.


Viele seiner Erkenntnisse kann man auch in der Politik anwenden. Sowohl politische Parteien als auch politische Institutionen sind ja immer noch so organisiert wie im Zeitalter der Postkutschen: streng hierarchisch von oben nach unten. Mit solchen starren Systemen ist man jedoch immer weniger in der Lage, die komplexen Probleme unserer Zeit zu lösen, denn sie nutzen nur einen Bruchteil der Fähigkeit ihrer Mitglieder.

Im digitalen Zeitalter gibt es jedoch viele neue Möglichkeiten der Organisation, die bei weitem noch nicht ausgeschöpft werden. Durch Firmen- oder Parteinetzwerke können Menschen direkt miteinander kommunizieren, Ideen entwickeln und eine Art "kollektiver Intelligenz" schaffen. Eine Organisation, die dies erkennt und für sich nutzt, hat gegenüber anderen einen großen Vorteil. Ein Grund, warum politische Parteien für intelligente Menschen heute so unattraktiv sind, ist sicher ihre völlig veraltete Struktur, die jede Kreativität im Keim erstickt und kollektive Intelligenz unmöglich macht.

Da wir den Anspruch haben, eine bessere Partei aufzubauen, in die die Mitglieder ihre Intelligenz und Kreativität optimal einbringen können, halte ich es für eine gute Idee, dass wir uns intensiv mit den Konzepten von Prof. Kruse beschäftigen.

Er lehnt Hierarchie übrigens keineswegs grundsätzlich ab, doch er sieht die Kunst darin, genau zu wissen, wann man heterarchische Netzwerkprozesse zulässt - und damit natürlich immer ein Stück Kontrolle abgibt - und wann Disziplin und hierarchische Entscheidungen notwendig sind. Eine ungesteuerte "Selbstorganisation" wie man sie aus linken Anarcho-Gruppen kennt, führt meist ins Chaos - und oft sogar zu unausgesprochenen Hierarchien mit äußerst autoritären Machtverhältnissen.

Die intelligente Organisation des 21. Jahrhunderts verbindet beides miteinander: die Kreativität dynamischer Netze mit klar definierten Prozessen. Nur dann kann kollektive Intelligenz entstehen.

Ich empfehle daher jedem, der eine politische Organisationen aufbauen oder allgemein politisch etwas bewegen möchte, sich mit den Ideen von Peter Kruse vertraut zu machen. Hier noch ein paar weitere Videos dazu: