Mittwoch, 24. November 2010

Vorsicht vor BUUGLE, der Datenkrake



Neulich beim Interfilm-Festival habe ich Alexander Lehmann wiedergetroffen, einen Preisträger des vorjährigen Bitfilm-Festivals. Sein Film "Du bist Terrorist" war damals nicht nur mit großen Abstand Sieger der POLITCOOL-Kategorie mit politischen Animationen, er wurde auch als Werbespot der Piratenpartei im Bundestagswahlkampf eingesetzt.

Jetzt hat Alex einen neuen, genau so großartigen Film am Start, der auf dem Interfilm-Festival lief. "Buugle" beschäftigt sich mit dem absurden Medienhype um Google Streetview. Deutsche Politiker haben auf einem Dienst herumgehackt, der nichts weiter tut als den öffentlichen Raum abzufotografieren - nicht etwa die Privatsphäre, wie fälschlich behauptet wurde.


Doch das war ein reines Ablenkungsmanöver. Die selben Politiker, die sich über Googles angebliches Eindringen in die Privatsphäre aufregen, bauen mit Vorratsdatenspeicherung, Internet-Zensur, Nacktscannern und omnipräsenten Kameras ungeniert den Überwachungsstaat aus.

Gegen die Datenkrake Staat mit seinem Gewaltmonopol und dem Recht, Zwang auszuüben, sind Google, Facebook und Co. harmlose Gesellen. Die müssen nämlich Geld verdienen und wären ganz schnell wieder vom Markt, wenn sie das Vertrauen ihrer Nutzer missbrauchen würden. Zum Staat, der sein Geld durch Zwangsmaßnahmen eintreiben kann, gibt es hingegen keine Alternative, die nur "einen Mausklick entfernt ist".

"Buugle" nimmt die Verlogenheit deutscher Politiker im typischen "Terrorist"-Stil auf die Schippe. Eigentlich ein lustiger Film - wenn einem dabei nicht das Lachen im Hals stecken bliebe.