Doch Angela Merkel begeht einen schweren strategischen Fehler, wenn sie das Problem der missglückten Integration auf einen Konflikt zwischen zwei Religionen reduziert. Das gute am Christentum ist ja, dass es sich seit der Aufklärung in den Privatbereich zurückgezogen hat. Deutschland ist wahrscheinlich eines der freiesten Länder der Welt, in dem jeder nach seiner Façon glücklich werden kann, egal welcher Religion man angehört.
Die Christen in Deutschland haben sich größtenteils mit freiheitlichen Gedanken, mit dem Humanismus und der Aufklärung arrangiert, so dass man auch als Jude, Muslim, Hindu, Atheist oder Anhänger des "Fliegenden Spaghettimonsters" in Frieden bei uns leben kann.
Sehnt sich Frau Merkel etwa nach Zeiten zurück, in der das Christentum die Gesellschaft dominiert hat, nach Zeiten von Kreuzzügen, Hexenverbrennungen und Inquisition? Ich bin froh, dass das Christentum heute keine Rolle mehr in der Politik spielt! Und ich denke, die meisten Christen sehen das genauso.
Doch Frau Merkel irrt sich gewaltig, wenn sie behauptet, dieses Land leide nicht an einem Zuviel an Islam. Der Islam ist nämlich eben nicht nur eine Religion wie das moderne, aufgeklärte Christentum, sondern zugleich und vor allem eine politische Gesellschaftslehre. In seiner fundamentalistischen Ausprägung ist der Islam eine totalitäre Ideologie, die in der Welt schon so viel Schaden angerichtet hat, dass wir sie in Europa auf keinen Fall akzeptieren können.
Ließe man die fundamentalistische Islamisten gewähren, wäre es bald aus mit Religions-, Meinungs- und Gedankenfreiheit in diesem Land, mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau sowieso. Eine freie Gesellschaft muss zugleich eine wehrhafte sein. Wie schnell Freiheiten wieder verloren gehen können, wenn man seine Feinde unterschätzt und Fehlentwicklungen nicht schon im Ansatz bekämpft, hat man in der Weimarer Republik gesehen.
Wer dies nicht versteht und stattdessen für "mehr Christentum" als Gegenmittel plädiert, sollte unser Land nicht länger regieren. Zum Glück tut Angela Merkel alles dafür, die CDU näher an die 5%-Hürde zu bringen.
Hoffen wir, dass die Partei, die uns das Schneeballsystem der umlagefinanzierten Rente, die Diktatur der EU-Kommission und den Euro eingebrockt hat, in der wohlverdienten Versenkung verschwindet, ehe es zum Staatsbankrott und zum Zusammenbruch der Sozialsysteme kommt.

