In der Diskussion um Sarrazins Thesen hat seine Bemerkung zu einem "jüdischen Gen" wohl die meiste Verwirrung ausgelöst. Ist Sarrazin ein "Rassenhygieniker", der zwischen "arischen" und "jüdischen" Genen unterscheidet, eigentlich also ein Anti-Semit und verkappter Nazi?
Tatsächlich bezieht sich Sarrazin auf die Forschungergebnisse jüdischer Wissenschaftler, die nachgewiesen haben, dass sich trotz 2500-jähriger Diaspora gewisse genetische Ähnlichkeiten unter Juden feststellen lassen. Sie haben damit bewiesen, dass es nicht nur eine jüdische Religion gibt (in die man auch konvertieren kann) sondern auch ein jüdisches Volk, das unter anderem auf Abstammung basiert.
Der israelische Historiker Shlomo Sand hatte nämlich behauptet, es gäbe gar kein jüdisches Volk. Das Judentum sei eine Religion, aber keine Ethnie. Folgerichtig dürfte es auch keinen Staat Israel geben, denn nach gängiger Auffassung haben zwar Völker ein Anrecht auf einen eigenen Staat (wenn dies auch nicht allen gegeben ist, wie wir von Kurden, Katalanen und Bayern wissen), nicht jedoch die Anhänger einer Religion (mit Ausnahme Pakistans, das von Britisch-Indien als muslimischer Staat abgespalten wurde).
Die Forscher nahmen Genproben von 237 Testpersonen in New York, Seattle, Athen, Rom und Israel, deren beide Großelternpaare einer der drei jüdischen Gemeinschaften der osteuropäischen Aschkenasim, italienisch-griechisch-türkischen Sefarden oder syrischen Mizrachim angehören. Diese verglichen sie mit Genproben von 418 nicht-jüdischen Testpersonen. Dabei kam heraus, dass es in der Tat genetische Ähnlichkeiten zwischen Juden gibt - natürlich nicht ein "jüdisches Gen", wie Sarrazin es fälschlich vereinfacht hat.
Dies hat durchaus wichtige Konsequenzen für die Legitimation des Staates Israel. Gäbe es kein jüdisches Volk, könnte man über die Legitimation Israels streiten. Ein Staat Israel wäre dann eine ähnliche Ausnahme von der Regel wie Pakistan.
Die Existenz eines jüdischen Volkes, das nachweislich aus dem Nahen Osten stammt, macht die Argumentation für Israel sehr viel leichter. Sarrazin hat sich also auf ein pro-jüdisches, pro-israelisches Forschungsergebnis bezogen. Man kann über die Schlussfolgerungen aus diesen Forschungsergebnissen diskutieren, wie dies in Israel viel getan wird. Sicher gehört mehr dazu, ein "Volk" zu sein, als genetische Ähnlichkeiten. Viel wichtiger sind gemeinsame Werte, eine gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte (die den Juden wohl keiner absprechen wird). Aus Sarrazins Erwähnung einer wissenschaftliche Tatsache aber Anti-Semitismus oder gar eine "Nazi"-Gesinnung abzuleiten, ist unseriös. Deutsche Journalisten sollten ein bisschen besser recherchieren, bevor sie solchen Unsinn schreiben.
Tatsächlich bezieht sich Sarrazin auf die Forschungergebnisse jüdischer Wissenschaftler, die nachgewiesen haben, dass sich trotz 2500-jähriger Diaspora gewisse genetische Ähnlichkeiten unter Juden feststellen lassen. Sie haben damit bewiesen, dass es nicht nur eine jüdische Religion gibt (in die man auch konvertieren kann) sondern auch ein jüdisches Volk, das unter anderem auf Abstammung basiert.
Der israelische Historiker Shlomo Sand hatte nämlich behauptet, es gäbe gar kein jüdisches Volk. Das Judentum sei eine Religion, aber keine Ethnie. Folgerichtig dürfte es auch keinen Staat Israel geben, denn nach gängiger Auffassung haben zwar Völker ein Anrecht auf einen eigenen Staat (wenn dies auch nicht allen gegeben ist, wie wir von Kurden, Katalanen und Bayern wissen), nicht jedoch die Anhänger einer Religion (mit Ausnahme Pakistans, das von Britisch-Indien als muslimischer Staat abgespalten wurde).
Um die These zu widerlegen, dass das jüdische Volk nur ein Mythos sei, und der Staat Israel damit keine Existenzberechtigung habe, machte sich ein Forscherteam um Harry Ostrer von der New York University an die Arbeit - mit Erfolg.
Die Forscher nahmen Genproben von 237 Testpersonen in New York, Seattle, Athen, Rom und Israel, deren beide Großelternpaare einer der drei jüdischen Gemeinschaften der osteuropäischen Aschkenasim, italienisch-griechisch-türkischen Sefarden oder syrischen Mizrachim angehören. Diese verglichen sie mit Genproben von 418 nicht-jüdischen Testpersonen. Dabei kam heraus, dass es in der Tat genetische Ähnlichkeiten zwischen Juden gibt - natürlich nicht ein "jüdisches Gen", wie Sarrazin es fälschlich vereinfacht hat.
Dies hat durchaus wichtige Konsequenzen für die Legitimation des Staates Israel. Gäbe es kein jüdisches Volk, könnte man über die Legitimation Israels streiten. Ein Staat Israel wäre dann eine ähnliche Ausnahme von der Regel wie Pakistan.
Die Existenz eines jüdischen Volkes, das nachweislich aus dem Nahen Osten stammt, macht die Argumentation für Israel sehr viel leichter. Sarrazin hat sich also auf ein pro-jüdisches, pro-israelisches Forschungsergebnis bezogen. Man kann über die Schlussfolgerungen aus diesen Forschungsergebnissen diskutieren, wie dies in Israel viel getan wird. Sicher gehört mehr dazu, ein "Volk" zu sein, als genetische Ähnlichkeiten. Viel wichtiger sind gemeinsame Werte, eine gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte (die den Juden wohl keiner absprechen wird). Aus Sarrazins Erwähnung einer wissenschaftliche Tatsache aber Anti-Semitismus oder gar eine "Nazi"-Gesinnung abzuleiten, ist unseriös. Deutsche Journalisten sollten ein bisschen besser recherchieren, bevor sie solchen Unsinn schreiben.

