Als Thilo Sarrazin im Oktober letzten Jahres mit seinen Äußerungen zu "Kopftuchmädchen" und dem IQ von Türken und Arabern auffiel, habe auch ich seinen Ton kritisiert und als "Stammtischniveau" bezeichnet. Dabei teile ich seine grundsätzliche Kritik an der missglückten deutschen "Integrationspolitik" durchaus. Mit seiner groben Sprache hat er es Kritikern jedoch damals leicht gemacht, ihn in eine "fremdenfeindliche" Ecke zu stellen. Damit hat er der aufgeklärten Islamkritik seinerzeit keinen Gefallen getan.
In seinem neuen Buch, aus dem heute ein Auszug im Spiegel erschien, scheint Sarrazin jedoch sehr wohl den richtigen Ton zu treffen. Offensichtlich hat er aus der Welle der Kritik gelernt, die sich ja vor allem an seinem Ton, weniger an seinen sachlichen Aussagen festmachte.
So schreibt er: "Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es. Wer diese Forderungen als Zwang zur Assimilation kritisiert, hat in der Tat ein Integrationsproblem." Da hat er recht!
Und: "Wenn ihr muslimischen Glaubens seid, OK. Damit habt ihr die gleichen Rechte und Pflichten wie heidnische, evangelische oder katholische Deutsche. Aber wir wollen keine nationalen Minderheiten. Wer Türke oder Araber bleiben will und dies auch für seine Kinder möchte, der ist in seinem Herkunftsland besser aufgehoben."
Das ist insofern nicht ganz korrekt, da wir mit den Dänen in Südschleswig, den Sorben in der Lausitz und den Schwaben im Prenzlauer Berg natürlich bereits nationale Minderheiten haben, die aus gutem Grund unter besonderem Schutz stehen. Sie sind allerdings (bis auf die Schwaben) schon seit Jahrhunderten da und nicht davon überzeugt, dass eines Tages die ganze Welt so werden sollte wie sie.
Sarrazin geht es um die Integration von Migranten. Dabei spricht er sich klar gegen das nicht funktionierende Modell einer "multikulturellen Gesellschaft" aus. Gleichzeitig tritt er für ein positives Verständnis von Deutschland als Einwanderungsland ein, das für Menschen aus aller Welt offen ist - vorausgesetzt, sie halten sich an ein paar elementare Grundregeln.
Ich bin gespannt darauf, was er in seinem Buch tatsächlich an konkreten Schritten zu einer besseren Inegration vorschlägt.
P.S. Hier eine interessante Kritik an Thilo Sarrazin's Aussagen von Chris Vigelius in "eigentümlich frei", die ich für sehr zutreffend halte.
In seinem neuen Buch, aus dem heute ein Auszug im Spiegel erschien, scheint Sarrazin jedoch sehr wohl den richtigen Ton zu treffen. Offensichtlich hat er aus der Welle der Kritik gelernt, die sich ja vor allem an seinem Ton, weniger an seinen sachlichen Aussagen festmachte.
So schreibt er: "Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es. Wer diese Forderungen als Zwang zur Assimilation kritisiert, hat in der Tat ein Integrationsproblem." Da hat er recht!
Und: "Wenn ihr muslimischen Glaubens seid, OK. Damit habt ihr die gleichen Rechte und Pflichten wie heidnische, evangelische oder katholische Deutsche. Aber wir wollen keine nationalen Minderheiten. Wer Türke oder Araber bleiben will und dies auch für seine Kinder möchte, der ist in seinem Herkunftsland besser aufgehoben."
Das ist insofern nicht ganz korrekt, da wir mit den Dänen in Südschleswig, den Sorben in der Lausitz und den Schwaben im Prenzlauer Berg natürlich bereits nationale Minderheiten haben, die aus gutem Grund unter besonderem Schutz stehen. Sie sind allerdings (bis auf die Schwaben) schon seit Jahrhunderten da und nicht davon überzeugt, dass eines Tages die ganze Welt so werden sollte wie sie.
Sarrazin geht es um die Integration von Migranten. Dabei spricht er sich klar gegen das nicht funktionierende Modell einer "multikulturellen Gesellschaft" aus. Gleichzeitig tritt er für ein positives Verständnis von Deutschland als Einwanderungsland ein, das für Menschen aus aller Welt offen ist - vorausgesetzt, sie halten sich an ein paar elementare Grundregeln.
Ich bin gespannt darauf, was er in seinem Buch tatsächlich an konkreten Schritten zu einer besseren Inegration vorschlägt.
P.S. Hier eine interessante Kritik an Thilo Sarrazin's Aussagen von Chris Vigelius in "eigentümlich frei", die ich für sehr zutreffend halte.

