Freitag, 14. Mai 2010

Happy Birthday, Israel!

Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Ein Grund zur Freude, wie ich finde, denn auch wenn manche Kritik an der Politik der israelischen Regierung berechtigt sein mag, ist Israel ein faszinierendes und liebenswertes Land. Es ist die einzige echte Demokratie im Nahen Osten und ein Bollwerk der Freiheit in einer leider von totalitären Regimen dominierten Region. Außerdem wohnen in Israel vermutlich die schönsten Frauen der Welt (über Männer kann ich kein kompetentes Urteil abgeben).


Die Grundlage der Gründung Israels war der Beschluss der Vereinten Nationen vom November 1947, das britische Mandatsgebiet Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat zu teilen. Das britische Mandat über die bis 1918 zum Osmanischen Reich gehörenden Provinz Palästina endete um Mitternacht des 14. Mai 1948. Da dieser auf einen Freitag fiel, verkündete der spätere Premierminister David Ben Gurion die Staatsgründung noch vor Sonnenuntergang, dem Beginn des Sabbats, damit auch religiöse Juden daran teilhaben konnten.

Viel Zeit zum Feiern blieb den Israelis allerdings nicht. Noch in der selben Nacht griffen die Armeen von Ägypten, Syrien, Jordanien, Libanon und Irak den neuen Staat an. Im Gegensatz zu den jüdischen Bewohnern Palästinas hatten die Araber den von der UN vorgeschlagenen Teilungsplans abgelehnt - sie sahen die seit Ende des 19. Jahrhunderts in ihre historische Heimat eingewanderten Juden als unerwünschte Eindringlinge und riefen ihre arabischen Bruderstaaten dazu auf, "die Juden ins Meer zu werfen".

Obwohl die arabischen Armeen zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen waren, gelang es den Israelis, den Angriff abzuwehren und sogar gegenüber dem ursprünglichen Teilungsplan Gebietsgewinne zu erzielen. Die Kampferfahrung vieler jüdischer Soldaten in der britischen und der US-Armee sowie als Partisanen gegen Nazi-Deutschland, Waffenlieferungen aus dem Ausland und vor allem die Aussicht auf einen eigenen Staat nach jahrhundertelanger Verfolgung machten das Wunder möglich, diesen für die Israelis scheinbar aussichtlosen Kampf zu gewinnen.

Israel ist seitdem mehrfach von seinen arabischen Nachbarn angegriffen worden. 1967 konnte die Israel Defence Force durch einen frechen Präventivschlag, bei dem die ägyptische Luftwaffe noch am Boden zerstört wurde, erneut einen unglaublichen militärischen Erfolg gegen die zum "Vernichtungskrieg" gegen Israel aufmarschierten arabischen Truppen erzielen. 



Mit dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg von 1967 fielen die von Jordanien besetzten historischen jüdischen Kerngebiete Judäa und Samaria, der von Ägypten besetzte Gaza-Streifen sowie die Sinai-Halbinsel sowie die von Syrien kontrollierten Golanhöhen an Israel. Die israelische Regierung bot schon 1967 im Tausch für Frieden die Abtretung dieser Gebiete an, dieser Vorschlag wurde jedoch von den arabischen Staaten in der so genannten Khartum-Resolution kategorisch abgelehnt.

Ein erneuter Überfall der arabischen Staaten im Jahr 1973, geschickt am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur lanciert, brachte die siegesgewohnte israelische Armee an den Rand einer Niederlage. Seitdem konnte Israel zwar mit Ägypten und Jordanien Friedensverträge schließen und gewährte im Abkommen von Oslo den Palästinensern eine Teilautonomie, dennoch ist die Lage des kleinen Landes immer noch bedroht - durch den iranischen Plan, Atomwaffen zu bauen, die Israel zerstören können, wahrscheinlich sogar mehr denn je.

Man muss diese Geschichte kennen, um die heutige politische Situation zu verstehen. Den Israelis ist ihre Sicherheit aus verständlichen Gründen extrem wichtig - sie haben nur diesen einen Staat und können sich keine einzige Niederlage leisten! Wer Israel als "böse Besatzungsmacht" wahrnimmt, und die Palästinenser als die armen unterdrückten Opfer,  und verkennt die Realität.

Eine Lösung der vertrackten Situation scheint heute kaum möglich. Hätten die Araber 1947 der Teilung zugestimmt, wäre die heute von vielen angestrebte "Zwei-Staaten-Lösung" längst Realität. Doch nach den zahlreichen Angriffskriegen der Araber gehen Israel und den vielen jüdischen Opfern arabischer Terrorattentate scheint ein friedliches Zusammenleben der jüdischen und arabischen "Palästinenser" auf dem schmalen Streifen zwischen Jordan und Mittelmeer nur schwer vorstellbar.

P.S. In Israel wird der Jom Ha'atzma'ut, der Tag der Unabhängigkeit, nach dem jüdischen Mondkalender gefeiert. Im Jahr 2010 fiel der 5. Ijjar des jüdischen Kalenders auf den 20. April. Trotzdem schicke ich meine Glückwünsche heute, am internationalen "I like Israel Day".