Montag, 8. März 2010

Bye, bye, Euro!

Ich muss gestehen: ich mochte den Euro. Es war aufregend, am ersten Januar 2002 die ersten Euroscheine aus dem Automaten zu ziehen und sich als Teil des großen "Projekts Europa" zu fühlen. Es hat Spaß gemacht, sich die Rückseiten der Euros anzusehen und zu raten, aus welchem Land welche Münze kommt. Außerdem war es praktisch, beim Reisen nicht ständig Geld tauschen zu müssen.

Die Warnungen vieler renommierter Wirtschaftsexperten, dass der Euro als Einheitswährung so unterschiedlicher Volkswirtschaften wie Deutschland, Finnland, Portugal oder Griechenland nicht funktionieren kann und langfristig schädlich sein wird, habe auch ich lange Zeit nicht ernst genommen.

Doch jetzt scheinen die schlimmsten Prognosen einzutreffen. Griechenland ist praktisch pleite. Italien, Spanien, Portugal und Irland stehen nicht besser da. Und die Regierung Merkel hat durch ihre unsinnigen Bankenrettungs- und Konjunkturpakete gerade die höchste deutsche Staatsverschuldung aller Zeiten verursacht!

Der so genannte "Stabilitätspakt" der Euro-Staaten ist ein Witz, an den sich niemand mehr gebunden fühlt. Selbst die "No-Bailout"-Regel, nach der kein Mitgliedsstaat der EU für die Schulden anderer Staaten haftet, scheint nicht mehr zu gelten - zu groß ist die Angst, dass die Pleite eines Euro-Staates das Ende der ganzen Währungsunion bedeuten würde.

Es steht also zu befürchten, dass unsere Politiker die Staatsverschuldung weiter ausweiten und noch mehr Geld in ein krankes System pumpen werden, das einige wenige reicher und reicher werden lässt, der großen Mehrheit der Bevölkerung jedoch immer höhere Zwangsabgaben abpresst.

Manche fordern jetzt die Rückkehr zur D-Mark, weil Deutschland sonst mit immer mehr Steuergeldern nicht nur für die eigene Misswirtschaft, sondern auch für die der anderen Eurostaaten bezahlen müsste. Doch die Ursache des Problems liegt viel tiefer: nicht im Euro, sondern im ungedeckten Papiergeldsystem ("Fiat Money"), wie es seit dem Ende des Bretton-Woods-Abkommens Anfang der 1970er Jahre weltweit besteht.

Vorher war der Dollar als Weltwährung durch die Goldreserven der USA gedeckt und alle anderen Währungen an ihn gekoppelt. Das gefährliche System der Zentralbanken, die aus dem Nichts heraus Geld schöpfen und zu niedrigen Zinsen an die Geschäftsbanken verleihen können, ohne dass diesem Scheingeld echte Werte gegenüberstehen, konnte ohne die Einschränkung der Goldbindung nun voll zum Tragen kommen.

Alle Spekulationsblasen, Finanzkrisen und Hyperinflationen resultieren aus diesem System des ungedeckten Scheingeldes. Die vom Staat lebenden Politiker und Wirtschaftswissenschaftler sowie die vom Zentralbanksystem profitierenden Großbanken haben natürlich kein Interesse daran, dass ihr groß angelegtes "Flugzeugspiel" aufgedeckt wird, denn sie sitzen am Anfang der Wertschöpfungskette.

Die Bank gewinnt in so einem Spiel bekanntlich immer. Die Zeche zahlen die Bürger, deren Vermögen und Einkommen von der Inflation, von hohen Steuern und Sozialabgaben aufgefressen werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch zu diesem Thema: Das Scheingeldsystem von Murray Newton Rothbard, dem Guru des Libertarismus.

Doch seit der Finanzkrise lassen sich die offensichtlichen Mängel des Geldsystems nicht mehr länger vertuschen. Es ist daher höchste Zeit, aus dem staatlich geförderten Kasinokapitalismus, an dem einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit profitieren, auszusteigen, und zu einem System wirklich freier Geldmärkte zurückzukehren, das der Staat nicht manipulieren kann. Bye bye, Euro. Bye bye, Fiat Money!