Mittwoch, 2. Dezember 2009

Cherchez les Femmes!


Und noch ein interessanter Nachtrag zur Minarett-Debatte: die TAZ berichtet, dass es linke, feministische Frauen waren, die mit ihrer Zustimmung zum Schweizer Minarettverbot den Auschlag gegeben haben.

Zitat TAZ:
"Ausschlaggebend für die landesweite Mehrheit war ... nach Überzeugung der beiden PolitologInnen Regula Stämpli und Michael Hermann die hohe Zustimmung von Frauen, die sich als Feministinnen und als links verstehen und zum Teil bei den Grünen oder der Sozialdemokratischen Partei aktiv sind.
'Diese Frauen wollten ein Zeichen setzen gegen eine Kultur, die sie als autoritär, machohaft und aggressiv empfinden', erklärt Hermann. Sie verbänden mit dem Islam vor allem Burka, Scharia, 'Ehrenmorde' und andere Formen der Unterdrückung von Frauen."


Wer reflexhaft Kritik am totalitären Fundamentalismus als "rechts" brandmarkt, darf also gern nochmal neu nachdenken. Ich jedenfalls habe mit Rechtspopulisten nicht das Geringste am Hut - umso höher ist dafür meine Wertschätzung für freie, selbstbewusste, emanzipierte Frauen. Daher habe ich mich über den TAZ-Artikel sehr gefreut.

Zur weiteren Lektüre empfehle ich:
- Ayaan Hirsi Ali "Ich klage an - Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen"
- Seyan Ates "Der Multi-Kulti-Irrtum - Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können"
und viele gut recherchierte Artikel in der EMMA

P.S. Und noch ein paar gute Artikel von Autoren aus dem eher linken bzw. feministischen Spektrum:

Alice Schwarzer in der EMMA

Günter Wallraff in der Frankfurter Rundschau: "Sollen sie ihr Phallus-Symbol doch haben"

Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, im humanistischen Pressedienst: "Lehren aus dem Minarettverbot“

K.P. Klingelschmitt in der TAZ: "Keine Toleranz für die Tolleranten"

Ayaan Hirsi Ali in Welt Online: "Minarette sind zu politischen Symbolen geworden"

Frank A. Meyer in Blick Online: "In ganz Europa herrscht eine neue Offenheit"