Samstag, 18. Juli 2009

Piraten beim Bundeswahlausschuss


Der Bundeswahllausschuss hat entschieden: wir sind keine Spaßpartei! Im Unterschied zu der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands, der Bergpartei und der Titanic-PARTEI hat uns der Bundeswahlleiter unsere Seriosität bestätigt. In einer Anhörung am 17. Juli wurden wir ganz offiziell als echte Partei zur Bundestagswahl zugelassen.

Damit hatten wir zwar gerechnet, dennoch wollten wir uns den Spaß gönnen, an so einer hochamtlichen Sitzung teilzunehmen. Florian Bischof (mit Laptop), Fabio Reinhardt (mit ClubMate) und ich (mit dem auf PAPIER ausgedruckten Piratenwahlprogramm) rückten also gemeinsam an. Ohne es vorher abgesprochen zu haben, trugen wir alle drei schwarze Piraten-T-Shirts, was dazu führte, dass uns wirklich niemand übersehen konnte.

Nach dem Passieren einiger Sicherheitschleusen, bei denen wir bereits vom ersten Fernsehteam verfolgt wurden, fühlten wir uns beim Einnehmen unserer Plätze ein wenig wie die Jackson Five, so viele TV- und Fotokameras waren auf uns gerichtet.

Dabei war alles, was wir vortragen konnten, die aktuellen Zahlen unserer Landesverbände (16 statt 11, wie der Bundeswahlleiter notiert hatte) und Mitglieder (4397, zum Glück hatte Flo einen UMTS-Stick in seinem Laptop, um das kurzfristig zu recherchieren. Stellt euch vor, es gibt im Bundestag kein W-LAN!). Zeit für inhaltliche Statements gab es nicht, denn über 50 Parteien standen auf der Liste.

Der Bundeswahlleiter ist ein ganz Hyperkorrekter, der einer Menge Parteien die notwendige Ernsthaftigkeit absprach und sie mit Nachfragen über Mitgliederzahlen und Parteistrukturen piesackte. So konnte ich es mir nicht verkneifen, ihn auf einen eigenen Fehler hinzuweisen, als er die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft fälschlicherweise als "Landtagswahl" bezeichnet hat. So etwas hört man als Hamburger nämlich nicht gern, genausowenig wie die Bezeichnung "Landesvater" für unseren ersten Bürgermeister. Dafür wurde ich zwar auf YouTube als Klugscheißer bezeichnet, aber das war mir der Spaß wert.

Ansonsten hat mich die Anhörung ein wenig an unseren Bundesparteitag erinnert, es gab nur weniger Geschäftsordnungsänderungsanträge.