Die erste Berliner Piratencrew mit dem schönen Namen "Konrad Zuse" (der aus Berlin stammende Erfinder des Computers) hat sich gestern abend im Prenzlauer Berg gegründet. Bei dem stürmischen Wachstum der Piratenpartei - Verdopplung der Mitgliederzahl in den letzten drei Wochen! - ist es notwendig, gut funktionierende Strukturen zu schaffen. Was wir jedoch nicht wollen: überflüssige Hierarchien schaffen, die die Altparteien so unsexy machen.Ein Modell dafür ist das Crewkonzept. Statt der üblichen "Bezirksverbände" und "Ortsvereine", wie man sie von den etablierten Parteien kennt, setzen wir auf sich selbst organisierende Zellen mit maximal neun Mitgliedern - die "Crews". So ist es möglich, an einem Tisch zu sitzen, ein gemeinsames Gespräch zu führen und einen Konsens zu finden. Wenn in einem Stadtteil mehr Piraten wohnen, teilt sich die Crew in zwei neue auf. Diese Methode hat sich nicht nur bei Guerilla-Gruppen bewährt, sondern wird auch in Unternehmen immer häufiger verwendet.
Eine weitere Hierarchieebene zwischen dem Landesverband (der ist nach dem Parteiengesetz vorgeschrieben) und den lokalen Crews ist nicht vorgesehen. Parallel dazu gibt es die "Squads" genannten Arbeitsgruppen, in denen man je nach Fähigkeit mitarbeiten kann (z.B. Presse, Wahlkampagne, Finanzen etc.).
Das Crewkonzept wurde vom Landesverband Nordrhein-Westfalen entwickelt, in Berlin haben wir die Regeln etwas vereinfacht. Wichtig ist uns, dass wir bei aller Ernsthaftigkeit, die für politisches Handeln notwendig ist, den Spaß an der Politik nicht verlieren. Wir haben also, wie es sich für echte Piraten gehört, mit einem Glas Rum auf den Stapellauf unserer ersten Crew angestoßen: es lebe die "Konrad Zuse" Prenzlauer Berg!
